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Europa macht SchuleDen europäischen Gedanken leben und sich gegenseitig respektieren und verstehen? Diese Vorstellung scheint immer mehr an Wert zu verlieren, obwohl sie angesichts aktueller Konflikte wieder einen größeren Stellenwert in unserer Gesellschaft einnehmen sollte. Das Projekt „Europa macht Schule“ macht einen kleinen Schritt in diese Richtung und fördert die Begegnung unter jungen Europäern unter dem Motto „Wir bringen Europa ins Klassenzimmer“, und das an aktuell 36 Standorten deutschlandweit. Der Verein arbeitet in Kooperation mit dem DAAD und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

Um für mehr Wissen übereinander zu sorgen, führen europäische Gaststudierende Projekte an deutschen Schulen durch, in deren Rahmen sie ihr Heimatland auf kreative Weise vorstellen. Zwei dieser Studenten sind Tatiana Grigorenko (25) und Andrey Gurov (20). Sie kommen aus Russland und studieren hier an der Ruhr-Universität Bochum. Am 24.02.2015 führten Sie eine Doppelstunde im Zusatzkurs Sozialwissenschaften der Jahrgangsstufe Q2 der Otto-Pankok-Schule durch. Die Stunde war ein voller Erfolg – und das obwohl Tatiana und Andrey noch nie zuvor vor einer Klasse gestanden haben.

Auf spielerische Art und Weise brachten die beiden Studenten dem Kurs die russische Kultur und die verschiedenen Regionen Russlands näher. Das Ziel? Mit stereotypen Vorstellungen brechen und den Kontrastreichtum des größten Flächenstaates der Erde hervorheben. Die Schülerinnen und Schüler arbeiteten fleißig mit und bestätigen die Intention der Unterrichtsstunde. „Ich finde die Idee des Projekts gut. Durch den direkten Kontakt können auch gegenseitige Vorurteile aus dem Weg geräumt werden“, sagt die 18-jährige Schülerin Karoline Heitmüller.

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Begleitet wird das Projekt nicht nur von Björn Schnieder (Fachlehrer SoWi) und Sara Kerbusk (Referendarin an der Otto-Pankok-Schule und zeitglich Standortkoordinatorin des Europa macht Schule Standorts Essen), sondern auch von der lokalen Presse. Ein Beitrag der Lokalzeit Ruhr vom 24.02.2015 (ab 11.45 Min.) ist sieben Tage nach Ausstrahlung auf den Internetseiten des WDR abrufbar (s. Link).

Tatiana und Andrey werden den Zusatzkurs Sozialwissenschaften am 17.03.2015 ein weiteres Mal besuchen. Auf der Agenda stehen dann: Gemeinsamkeiten und Unterschiede des russischen und deutschen Schulsystems, die Darstellung der Ukraine-Krise in russischen und deutschen Medien und nicht zu guter Letzt: Russlands kulinarische Schätze. Zum gemütlichen Ausklang kochen Schüler und Studierende gemeinsam Pelmeni (gefüllte Teigtaschen) in der Schulcafeteria. Am 13.05.2015 findet außerdem das große Abschlusstreffen aller Schulklassen, Lehrer und Studierenden, die im aktuellen Projektjahr am Standort Essen an einem Europa macht Schule-Projekt teilgenommen haben im Forum der Otto-Pankok-Schule statt.

Insgesamt haben im Wintersemester 2014/2015 fünfzehn Studierende aus Russland, Polen, Großbritannien, Frankreich, Belgien, der Türkei und der Ukraine ein Projekt am Essener Standort von Europa macht Schule durchgeführt. Der Großteil der Studierenden nahm an einem begleitenden Seminar an der Universität Duisburg-Essen teil, das in Kooperation mit dem Fachbereich Deutsch als Zweit- und Fremdsprache angeboten wird. Dort haben die Studierenden viel über das deutsche Schulsystem und die Gestaltungsmöglichkeiten einer Unterrichtsstunde gelernt.

 

Text: Isabell Koschnitzke (Pressebeauftragte Europa macht Schule Standort Essen) und Sara Kerbusk (Referendarin an der Otto-Pankok-Schule und Koordinatorin Europa macht Schule Standort Essen)