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Streitschlichterausbildung 2015 028Was ist eigentlich Mediation und wie läuft sie ab? Welche Fähigkeiten sollte ein guter Mediator vorweisen?  Antworten auf diese und viele weitere Fragen bekamen wir, 22 interessierte Schülerinnen und Schüler aus der jetzigen EF, während unserer dreitägigen Ausbildung zu Schülermediatoren am Ende des letzten Schuljahres. Diese erfolgreich absolviert zu haben, ist eine Voraussetzung, um Tutor für die Fünftklässler zu werden, da sich besonders die jüngeren Schüler mit ihren Problemen gerne an ältere Schüler wenden.


Zunächst befassten wir uns mit der Wirkung von Sprache und Körperhaltung.  Bereits durch kleinste Veränderungen, wie beispielsweise das Vermeiden von direkten Anschuldigungen, ließ sich eine deutlich angenehmere Atmosphäre schaffen, in der es leichter fiel, über Probleme zu sprechen. Damit hatte niemand von uns gerechnet!  Schon am Ende des ersten Tages durften wir unser neu erworbenes Wissen in der Praxis anwenden. In selbst ausgedachten Rollenspielen konnten wir alltägliche Streitigkeiten nachspielen und sie mithilfe verschiedener Modelle lösen. Als sehr hilfreich erwies sich dabei das sogenannte Eisbergmodell, welches zeigt, dass sich hinter dem offensichtlichen Konflikt meist noch ein verdeckter Konflikt verbirgt, der gefunden werden und hauptsächlich betrachtet werden muss.
Aufgelockert wurde die Ausbildung  immer wieder durch gemeinsame Teamspiele, die wir problemlos auch als Tutoren mit den fünften Klassen spielen konnten. In der Hauptsache haben sie uns allen jedoch immer sehr viel Spaß und Abwechslung bereitet. Der Höhepunkt der gesamten drei Tage war allerdings der letzte Tag, an dem wir endlich den „Ernstfall“ üben durften. Zuerst besuchten uns bereits ausgebildete und erfahrene Streitschlichter aus den höheren Stufen, mit denen wir Erfahrungen austauschen und uns wertvolle Tipps abholen konnten. Doch dann wurde es noch spannender. Eine Gruppe von Schülern aus der damaligen 5c hatten Streitfälle vorbereitet, welche wir ohne jegliches Vorwissen zum jeweiligen Streit schlichten sollten. Um die bestmöglichen Rahmenbedingungen herzustellen, statten wir die Klassenräume mit Süßigkeiten, einer Tischdecke und dem sogenannten „Redeball“ aus. Von Streitfall zu Streitfall steigerten sich unser Selbstvertrauen und unsere Sicherheit stetig weiter, bis wir uns nach dem Lösen des letzten Streits endlich Schülermediatoren nennen durften und unsere Urkunden erhielten.
Uns allen hat die Ausbildung sehr, sehr viel Spaß bereitet. Wir empfehlen allen Neuntklässlern, die Möglichkeit, Tutor und somit Schülermediator zu werden, auf jeden Fall wahrzunehmen! An dieser Stelle bedanken wir uns noch einmal ganz herzlich bei Frau Stein, Frau Hahn und Frau Schroeder, die uns während unserer Ausbildung mit viel Engagement und Geduld begleitet haben.

Franziska Hufnagel, EF

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