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Prag1Am 3.10.2010, um 7 Uhr morgens, ging es für den Mathe- und Deutschleistungskurs unserer Schule ab auf Abschlussfahrt nach Prag. Nach einer etwa zwölfstündigen Busfahrt, mit einem Busfahrer der den Weg zu unserem Hotel nicht kannte, haben wir dann auch endlich unser Ziel erreicht. Anstatt direkt todmüde in unsere Betten zu fallen unternahmen wir, zusammen mit unseren Lehrern, noch eine kleine Erkundungstour durch die Prager Altstadt, bevor es dann endlich in unsere lang ersehnten Betten ging.

Um 9.30 Uhr des nächsten Morgens erhielten wir dann eine Führung durch die Prager Altstadt, welche die älteste der fünf Prager Städte darstellt. Das Zentrum dieser bildet der Altstädter Ring mit dem Rathaus und der Teynkirche sowie seine weiteren zahlreichen Sehenswürdigkeiten. Ebenso hat diese viele Souvenirläden, Restaurants, Bars und Kneipen zu bieten, welche wir während unserer freien Zeit stets aufsuchen konnten. Nach einer kurzen Mittagspause ging es dann mit unserer Führung in der Neustadt weiter. Die Prager Neustadt ist reich an Kultur, sie bietet Museen, eine Oper und Theater. Der Wenzelsplatz ist das belebte Herz der Neustadt. Unzählige Firmen besitzen hier ihren Hauptsitz, desweiteren befinden sich hier Hotels und Banken, Warenhäuser, Boutiquen und einige kleinere Einkaufszentren. Nach so einem anstrengenden Tag stand uns der Abend zu unserer freien Verfügung. Diesen verbrachten wir dann, wie an den meisten Abenden, in den Kneipen und Bars der Prager Altstadt, denn wo sonst kriegt man die Möglichkeit 0,5 Liter alkoholfreies Bier für nur einen Euro zu trinken?!?

Wenzelsplatz    

Trotz der anstrengenden Nacht war am Dienstagmorgen ein viel zu frühes Aufstehen angesagt, denn es erwartete uns eine etwa einstündige Fahrt, welche die meisten von uns mit schlafen zubrachten, nach Theresienstadt. Hier wurde im 18. Jahrhundert das sogenannte Lager Theresienstadt eingerichtet. Mit jeweils einem Fremdenführer besichtigten wir die zwei Stadtteile Theresienstadts: die „Garnisonsstadt“ und den befestigten Brückenkopf „Kleine Festung“. Aus der kleinen Festung entstand während des zweiten Weltkrieges das ,,Theresienstädter Konzentrationslager‘‘, welches vor allem der Vernichtung von Juden diente. Zurück in unserem Hotel und nach einer kurzen Verschnaufpause erforschten wir das Prager Nachtleben. Nach unserem üblichen Aufenthalt in einer der Kneipen ging es für einige von uns ins ,,Karlovy Lázně‘‘, dabei handelt es sich um die größte Disko in Mitteleuropa, direkt neben der Karlsbrücke. In dieser konnten wir den Tag und die mit der Besichtigung Theresienstadts auftretenden bedrückenden Gefühle einfach hinter uns lassen und die Nacht genießen.

Theresienstadt Karlovy1
 

Auch am Mittwochmorgen mussten wir wieder früh aufstehen. Diesmal fuhren wir mit dem Bus zum Hradschin, einem Hügel, auf dem sich die Prager Burg befindet. Von dort aus hatte man einen schönen Ausblick auf die Altstadt und Neustadt. Dieses Panorama nutzten wir als Hintergrund für unsere Gruppenfotos.

Prag1 Prag2 Prag3

Danach begann die Führung durch die Burg. Zuerst gingen wir in den Veitsdom, in dem es allerdings viel zu voll und zu laut war. Als nächstes besuchten wir den Königspalast, in dem sich 1618 der Zweite Prager Fenstersturz ereignete. Danach gingen wir in die schon über 1000 Jahre alte St.-Georgs-Basilika. Den Abschluss unserer Führung durch die Burg sollte eigentlich das Goldene Gässchen bilden. Die Gasse, in der Franz Kafka gelebt hat, ist jedoch zurzeit geschlossen und wird renoviert.

Hradschin1 Hradschin2  

Danach ging es weiter in Richtung Kleinseite. Auf dem Kleinseiter Ring endete unsere Führung und wir hatten Mittagspause, um uns in einem der zahlreichen Restaurants von dem langen Fußmarsch zu erholen und uns für den Rest des Tages zu stärken. Nach der Mittagspause trennten sich Mathe- und Deutsch-LK. Der Mathe-LK blieb auf der Kleinseite und wurde von zwei gut vorbereiteten Schülern geführt. Leider verliefen sie sich, sodass wir die Deutsche Botschaft, in die 1989 tausende DDR-Bürger flohen, nur von weitem sahen.

DeutscheBotschaft2 DeutscheBotschaft1  

Den restlichen Nachmittag hatten wir frei, doch abends stand noch ein Theaterbesuch auf dem Programm. Da wir in einem tschechischen Theaterstück nichts verstanden hätten, gingen wir in das Schwarzlichttheater „Image“, das, wie sich herausstellte, fast ausschließlich von deutschen Schulklassen besucht wird. Die Rahmenhandlung spielte in einem kleinen afrikanischen Hotel und wurde pantomimisch dargestellt. Zwischendurch wurde es dunkel und es kamen Tänzer auf die Bühne, die afrikanische Tiere darstellten. Nach dem Theater gingen wir zum letzten Mal „in den Keller“, der zu unserer Stammkneipe geworden war, und genossen unseren letzten Abend in Prag.

Pub
Pub2  

Auch am Donnerstag hatten wir noch Programm, da wir erst abends zurückfuhren. Wir besichtigten das jüdische Viertel. In der ersten Synagoge, die wir besuchten, mussten alle Männer eine Kopfbedeckung tragen. Sie ist heute eine Gedenkstätte für die Opfer des Holocaust. Ihre Namen stehen an den Wänden der Synagoge. Danach gingen wir über den Alten Jüdischen Friedhof, auf dem die Toten wegen Platzmangel in mehreren Schichten übereinander begraben wurden. Die nächste Synagoge, in der wir waren, dient heute als Ausstellung über die jüdische Kultur. Danach besuchten wir noch eine dritte Synagoge, die im maurischen Stil gebaut ist. Danach war unser Programm beendet und wir hatten bis zur Abfahrt am Abend frei.

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Nach der nächtlichen Rückfahrt waren wir alle ziemlich fertig. Doch zum Glück waren direkt danach die Herbstferien, in denen wir Schlaf nachholen konnten.

 

Aylin Brach
Moritz Berghaus