Kita GrosserWirbelwind

Woher kommt unser Obst und Gemüse?

Im laufenden Schuljahr 2014/15 hat sich die Umwelt-AG an dem Schulwettbewerb 3malE: Energie mit Köpfchen beteiligt. Der Veranstalter ist das RWE, der unser Projekt mit 300 € unterstützt hat.

 

Nachdem die AG im letzten Jahr eine Präsentation zum Thema "Aluminium - nützlich und gefährlich" erarbeitet hat, ging es nun um die Nahrungsmittelproduktion. Wie werden Obst und Gemüse erzeugt, in beheizten und mit Lampen bestrahlten Treibhäusern, in Nährstoffbrühe oder auf Erde, in Übersee oder in der näheren Umgebung?

Wer hat sich nicht schon einmal darüber gewundert, dass Tomaten nach drei Wochen immer noch genauso aussehen wie beim Kauf? Die Gruppe fand heraus, dass diese Früchte oft zwar schön aussehen, jedoch kaum noch den typischen Geschmack haben, weil sie auf Merkmale, wie Festigkeit, Größe und Farbe gezüchtet werden, damit sie möglichst lange halten und weite Transportwege überstehen. Denn auch viele Tomaten kommen inzwischen aus China!

Diese Problematik sollte Kita- und Grundschulkindern auf unterhaltsame und spielerische Weise vermittelt werden. Da die 10 Mitglieder der Umwelt-AG aus vier verschiedenen Klassen (6d, 7a, 8a, 8b) kamen, war es schwierig, gemeinsame Übungstermine zu finden. Schließlich gelang das nur durch die Großzügigkeit vieler Kolleginnen und Kollegen, die die Schüler auch am Vormittag aus dem Unterricht gehen ließen.

Auch die aktuelle Präsentation basiert auf dem Prinzip der Suggestopädie (siehe Blinklichter 12/13 und 13/14), aber trotzdem ist der Ablauf doch wieder ganz anders als beim letzten Mal.

Fantasiereise.JPG

Nach einer Fantasiereise können die Gäste in einem Geschmackstest ausprobieren, ob sie verschiedene Obst- und Gemüsesorten unterscheiden können. Manche stecken das Kohlrabi-Stück dabei lieber wie ein Hamster in die Backentasche anstatt es zu essen.

Geschmackstest.JPGMaterial.JPG

Danach unterhalten sich zwei Tomaten über ihre Herkunft und Produktionsbedingungen. Dabei streiten sich  Billig- und Bio-Tomate darum, wer besser schmeckt oder günstiger erzeugt wird. 

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Nun geht es mit einem Rap weiter, den Film dazu kann man anklicken! Hier gibt es erst mal den Text:

Der Früchte-Rap

Wollt ihr Geschmack? Nein! Warum? Darum!

Refrain:  

Tomaten aus China verderben das Klima. 

Beeren aus Peru sind für dich tabu.                          

Unreife Früchte hart wie Stein,                                                      

Alles muss billig billig sein!

1. Strophe:  

Denk an deine Nahrung, du wirst sie brauchen,                        

aber Achtung! Pass gut auf beim Kaufen!

Refrain:  

Tomaten aus China verderben das Klima.   

Beeren aus Peru sind für dich tabu.                                        

Unreife Früchte hart wie Stein,                                                

Alles muss billig billig sein!

2. Strophe:  

Orangen aus Spanien, Pfirsiche aus Italien,                                 

Tomaten aus Mauretanien, transportiert durch Mafia-Razzien.

Refrain:  

Tomaten aus China verderben das Klima.                                     

Beeren aus Peru sind für dich tabu.                                                       

Unreife Früchte hart wie Stein,                                                

Alles muss billig billig sein!

3. Strophe:  

Bio-Tomaten sind klasse, Billig-Tomaten nur Masse,                             

Woran das wohl liegt? Weil was man will auch kriegt! Hey!

Refrain:  

Tomaten aus China verderben das Klima.                                     

Beeren aus Peru sind für dich tabu.                                        

Unreife Früchte hart wie Stein,                                                      

Alles muss billig billig sein!

 

Baris, unser Rapper, animiert die Kleinen den Refrain mitzusprechen, das macht richtig Spaß!

Danach wird es wieder ruhiger: Lajana und Rachel lesen die Geschichte von der kleinen Raupe Immersatt vor, dazu werden selbstgemalte Bilder gezeigt. 

Applaus.JPGGeschichte.JPG

Nun sind wieder die Gäste an der Reihe, sie dürfen sich aus einer Auswahl an bunten Karten eine Frucht für einen Obstsalat aussuchen. Die Frucht gibt es aber nicht tatsächlich, sondern als Ball, für den man laufen muss. Der Clou ist dabei, dass die Laufstrecke vom Transportweg abhängt, so läuft man für einen Apfel nur ein paar Meter, für eine Ananas dagegen über den ganzen Schulhof. Da merken auch die Kleinen, die sich für den Staffellauf so richtig anstrengen, dass weite Transportwege Zeit und Energie kosten. Die Moderatoren Alex und Lasse erklären das anhand einer Weltkarte. Ist es sinnvoll, im Januar Erdbeeren zu kaufen, wenn die aus Südamerika mit dem Flugzeug kommen oder sollte man sie nicht lieber hier im Sommer selber auf dem Feld pflücken?

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In einem Richtig/Falsch-Spiel können die Kleinen dann beweisen, was sie gelernt haben. Natürlich möchte die Projekt-Gruppe auch eine Rückmeldung, wie es ihnen gefallen hat. Alle Gäste waren bisher ganz begeistert. Als Überraschung gibt es dann zum Abschluss noch ein Ballspiel mit Papierbällen: "Weg mit den Billig-Tomaten!" Jede Gruppe versucht ihre Bälle eine Minute lang in das Feld der anderen zu werden, wieder ein Spiel mit viel Bewegung und vollem Einsatz von Seiten der Kita- bzw. GrundschulKinder.

Ballspiel.JPGSieger.JPG

Die ganze Präsentation dauert nur eine halbe Stunde und passt so perfekt in eine Schulstunde. Bis Ostern wurden zwei Grundschulen besucht und drei Kitas als Gäste empfangen, die Liste der Interessenten ist aber noch lang.

In der Martin-von-Tours-Schule waren in der ersten Klasse neun Kinder, die die Alu-Präsentation im letzten Jahr in der Kita Lummerland mitgemacht hatten. Sie kannten tatsächlich noch die Spielregeln des Richtig/Falsch-Spiels und auch über Aluminium wussten sie noch genau Bescheid. Das beweist, wie gut man  lernt, wenn die Sache Spaß macht.

Genau das ist das Prinzip der Suggestopädie, den Schülern fällt nicht auf, dass sie mehrfach hintereinander den gleichen Stoff präsentiert bekommen, weil er immer in ganz anderer Form auftritt und alle Sinne anspricht. So lernt man ohne es zu merken!

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AdmirorGallery 5.0.0, author/s Vasiljevski & Kekeljevic.