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Genlab3 

Zum Konzept der Guten und gesunden Schule gehört auch die Kooperation mit auswärtigen Partnern. Der Besuch im Genlabor in Essen gehört für Biologie-Leistungskurse zum wichtigen Programmpunkt. Er zeigt den Schülern und Schülerinnen deutlich die praktische Anwendung der im Unterricht besprochenen Methoden und Inhalte. 

 

Die große Anzahl an untersuchten Blut- und Gewebsproben, die dort täglich angeliefert und bearbeitet werden, demonstriert vor allem die Bedeutsamkeit dieses Betriebes und dessen Dienstleistungen. 

Es gibt sicher kaum jemanden, bei dem noch nie ein Blutbild oder eine Vorsorgeuntersuchung mit einem dazu gehörigen Laborbefund gemacht wurde. Hier konnten die Schülerinnen und Schüler sehen, was hinter den Zahlen und dem Befund "negativ" oder "positiv" steckt.

Renate Garbe-Müller

  

 

Bericht über den Besuch des Leistungskurses Biologie 11 im Genlabor

Am Mittwoch, den 6. März 2013 besuchte der Bio LK von Frau Garbe-Müller Herrn Prof. Dr. Eiben im Genlabor in Essen. Dieser Besuch knüpfte an unsere Unterrichtsreihe "Methoden der Pränataldiagnostik" an.

Zu Beginn versammelte sich der ganze Kurs in einem Konferenzraum, in dem Herr Eiben uns anhand einer Power-Point-Präsentation einen Überblick über die verschiedenen Arbeitsbereiche des Labors und  speziell über den  Schwerpunkt der Pränataldiagnostik gab. Da wir die verschiedenen grundlegenden Methoden, wie zum Beispiel PCR, Gelelektrophorese und DNA-Sequenzierung aus dem Unterricht kannten, konnten wir dem Vortrag gut folgen.

Anschließend wurden wir in zwei Kleingruppen durch das eigentliche Labor geführt, in dem wir einen interessanten Einblick in die wissenschaftlichen Arbeitsmethoden erlangten.

Dieses Labor ist eines der größten in Deutschland, täglich werden mehrere Tausend Blut- und Gewebeproben untersucht. Der Tätigkeitsbereich reicht vom Blutbild, wo z. B. Blutzucker- oder Eisenwerte ermittelt werden bis zur Chromosomenuntersuchung, der Ermittlung von Erbkrankheiten, sowie der Untersuchung von Gewebe auf Krebszellen.

Wenn zum Beispiel der Verdacht auf eine Erbkrankheit wie Mukoviszidose vorliegt, muss der Fehler im Erbgut, eine spezielle Mutation genau analysiert werden. Dazu muss die DNA-Sequenz, d. h. die Basenabfolge bestimmt werden. Im ersten Schritt wird dafür ein ganz bestimmtes Gen vervielfältigt.  Das geschieht in einem Gerät, dem Thermocycler, den wir uns viel größer vorgestellt hatten als einen Kaffeeautomaten. Auch ein Gerät zur Auftrennung der DNA-Proben durch die sogenannte Gelelektrophorese konnten wir besichtigen. Dadurch konnten wir die Abläufe noch einmal viel praktischer nachvollziehen. In einem Raum wurden an PC-Bildschirmen Bilder von menschlichen Chromosomen untersucht, das können nur gut ausgebildete Mitarbeiter mit langjähriger Erfahrung. Hier kann man zum Beispiel sehen, ob bei dem Chromosom Nr. 5 ein winziges Stück fehlt, der Betroffene hat dann das sogenannte "Katzenschrei-Syndrom".

Zudem erfuhren wir, welche Arbeitsmöglichkeiten dieses Labor bietet, außer einigen Molekularbiologen arbeiten hier noch mehrere MTAs, Medizinisch-technische-Assistenten und BTAs, Biologisch-technische-Assistenten. Insgesamt arbeiten aber nicht so viele Angestellte, wie man vom Arbeitsaufkommen her erwarten würde, da die meisten Abläufe auch hier von Maschinen übernommen werden.

Das Labor hat so viele Aufträge, dass es von der aktuellen Fläche von 1000 mgerade auf 3000mvergrößert wird.

Abschließend kann man sagen, dass uns dieser Besuch einen interessanten Einblick in den Alltag und die Arbeitsmethoden eines Genlabors gegeben hat, was wir uns ganz anders vorgestellt hatten, sodass sich der Besuch wirklich gelohnt hat!

Carmen Winnesberg und Tonia Kniffler, Jg. 11