Pressespiegel

 

WAZ Mülheim, 26.11.2009, Bettina KUTZNER

VersichertenkarteGesundheit ist (zum Glück) ein sehr altersabhängiges Thema: 16-Jährige interessiert es naturgemäß eher weniger als 60-Jährige.

Und ob der Lehrer, die Eltern gar, etwas zum Thema Vorsorge predigen, geht im Zweifel beim einen Ohr rein, bei anderen 'raus. Wenn allerdings der Hautarzt Dr. Norbert Weindorf zum Thema Geschlechtskrankheiten vorträgt, kann man fast sicher sein, dass das mehr Schüler fasziniert, als, sagen wir mal, die Biologie der Amöbe.

„Wenn da der Fachmann steht, kommt das an. Das nehmen die Schüler mit nach Hause,” weiß Schulleiter Dr. Karl-Heinz Werneburg schon seit sechs, sieben Jahren. Solange schon kommt Dr. Weindorf, Chefarzt der Dermatologie der Elisabeth-Klinik Oberhausen, schon in die Schule an der Von-Bock-Straße, erzählt den 14-/15-Jährigen, wie sie sich vor Hautkrebs schützen, warnt die Älteren vor Ansteckungen anderer Art. Auch Aids ist da ein Thema.

Die Schulleitung hat Unterstützung auch bei hiesigen Medizinern gefunden: Sven Nagel, Oberarzt der Orthopädie am St. Marien-Hospital, lädt die Schüler in den OP ein, ließ die Sechstklässler mit Gips experimentieren. Sein niedergelassener Kollege Peter Weih ließ die Kleinen Fußabdrücke in seiner Praxis machen und schaute bei den Größeren auf einen gesunden Wuchs der Wirbelsäule. Die Kieferorthopäden Birgit Bidenharn und Veit Stelte haben mit den Fünftklässlern sicher nicht nur über Zahnhygiene gesprochen. Wie laut ein mp3-Player aufs Trommelfell dröhnt, konnte HNO-Arzt Gregor Lindemann (mit Unterstützung von Hörgeräte Geers) in der Aula demonstrieren. Und Augenarzt Dr. Nolte weckte mit dem Gerätepark der Augenklinik das Bewusstsein für das komplexe Seh-Organ.

„Für seine Gesundheit zu sorgen, gehört ja auch zur Bildung”, betont Ursula Welker, stellv. Schulleiterin. Das medizinische Unterrichts-Angebot – die Schulleitung schätzt, das es einzig in Mülheim ist – wird an der Pankok-Schule in den Unterricht eingebaut. Die Fachlehrer führen ein Vorbereitungsgespräch mit den Ärzten, also etwa die Sportlehrer mit den Orthopäden. Die Schulleitung ist für weitere Angebote offen, wünscht sich etwa noch die Zusammenarbeit mit einem Gynäkologen.

Alle Ärzte schlossen übrigens ihre Praxen für die besonderen Schulstunde oder nahmen sich „operationsfrei”.

„Prävention”, sagt HNO-Arzt Liebermann, „kommt ja oft zu kurz. Auf diese Weise kommen wir auch an die Jugendlichen heran.” Bei den Eltern kommt das Konzept übrigens auch gut an – siehe oben...