Pressespiegel

 

Schulessen: Schüler und Lehrer am Otto-Pankok-Gymnasium in Mülheim nehmen Mensa gut an

Schulessen

Mensa im Otto-Pankok-Gymnasium: Ismail Omari, Betreiber des "Poet 23" im Ringlokschuppen, kocht für die Schüler. Foto: Roy Glisson / WAZ FotoPool

 

Mülheim. „Na, Herr Doktor, heute keinen Hunger?“, fragt der Koch den Jungen, der die dunklen Locken schüttelt: „Kein Geld“, kommt die knappe Antwort. „Dann gebe ich dir mal einen aus“, sagt Ismail Omari zu dem Schüler.

Ausnahmsweise, wenngleich „Isi“ gern mal ein Auge zudrückt. Als „Cuisine Nomade“ und mit dem Spruch „Unser Essen kommt gut an“ hat der aus dem Ringlokschuppen bekannte Koch und Betreiber des dortigen Lokals „Poet 23“ mobil gemacht. Neben dem Catering – vorrangig für Kulturveranstaltungen, aber auch private Partys – hat „Isi“ seit September die Bewirtung von Schülern im Otto Pankok-Gymnasium übernommen. Mit allem Drum und Dran in Sachen der gepflegten Ess-Kultur: Auf den türkisen Tischen stehen Blumen und eine Zuckerdose. Im Unterschied zur Kantine gibt es dort keinen Schlag auf den Teller. Die Schüler können sich selbst bedienen – Nachschlag inklusive. Gesund und mit einem orientalischen Touch sind die Vorspeisen auf großen Tellern angerichtet: Diverse Salate, gebratene Champignons, Zucchini und Paprika mit Dips stehen zur freien Auswahl.

Kinder sollen sich wie Zuhause fühlen

Als Hauptgericht gab’s gestern Ungarisches Gulasch und heute steht Pangasiusfilet mit Kartoffelscheiben und Aioli auf der „Menü-Übersicht“. Klassische gutbürgerliche Küche, Lieblingsgerichte bietet Omari in einem exotischen Mix an. „Es muss nicht immer alles anders sein“, sagt der Koch, „ich lege Wert darauf, dass sich die Schüler hier wie Zuhause fühlen“. Der Mittagstisch mit Hauptgericht und Tagessalat kostet 3,50 €. Ein Obstbecher mit Joghurt und Honig ist für 2 € zu haben. Nicht fehlen dürfen Spaghetti Bolognese (2 €) Frikadellen (2,50 €), Ciabatta-Brote (2 €) und Milchshakes (1,50 €) .

Ismail Omari bewirtschaftet die Mensa in Eigenverantwortlichkeit. Das Essen „ist sehr, sehr knapp kalkuliert“, sagt Omari. Reich könne man damit nicht werden, „aber“, betont er: „Es geht mir nicht nur ums Geld. Ich hab’ auch jede Menge Spaß dabei.“ Die lockere Art des gebürtigen Libanesen, der sich als junger Flüchtling in Deutschland, um bleiben zu können, im wahrsten Sinne des Wortes richtig „durchbeißen“ musste, kommt bei den Schülern an.

80 Prozent der Schüler nehmen das Angebot wahr

Ein bisschen stolz blickt Schulleiter Ulrich Stockem in die geordnete Runde: „Es ist schon etwas Besonderes, was wir hier haben.“ Gesundes Essen sowie der ganze Bereich der Gesundheitserziehung sei ein großes Thema an der Schule. „Die Schulkultur entwickelt sind auf ganz neue Weise“, betont Stockem. „Das Essen wird gut angenommen, das Ambiente stimmt und Isis netter Umgang mit den Schülern kommt zurück.“ 80 Prozent der Schüler und viele der Lehrer nehmen das Angebot in der Mensa wahr.

Im Zuge von G8 mit mehr Unterrichtsstunden bis in den Nachmittag hinein muss ein Mittagessen angeboten werden. So wurden die sanierungsbedürftigen Unterrichtsräume zur schicken Mensa mit Küche ausgebaut.

Lehrer Dr. Heribert Locht­hove hatte die Küche von Ismail Omari empfohlen. Drei Angebote wurden eingeholt, die Catering-Unternehmen zu einem Testessen mit Schülern, Eltern und Lehrern eingeladen. Das habe Omari haushoch gewonnen: „Es war das beste und günstigste Essen.“