Pressespiegel

 

GeschichteOP

Die höhere Jungenschule Mülheims, die ihren Ursprung auf eine 1835 gegründete private höhere Bürgerschule zurückführte,
war im Laufe der Zeit immer weiter gewachsen. Bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts hatte sie sich zum „Städtischen
Gymnasium mit Realschule“ entwickelt, das ein 9-jähriges altsprachliches Gymnasium, ein neusprachliches Realgymnasium
und die 6-jährige Realschule umfasste.
Im Jahr 1904 wurde die Stadt Mülheim an der Ruhr nach umfangreichen Eingemeindungen kreisfrei und wenige Jahre später
Großstadt. Das Wachstum der Bevölkerung und der steigende Wohlstand des Bürgertums führten dazu, dass die einzige
höhere Jungenschule Mülheims sich immer mehr der Zahl von 1.000 Schülern näherte und als größtes Gymnasium der
Rheinprovinz galt. Schon 1904 war klar, dass die Schule geteilt und ein weiteres Schulgebäude errichtet werden musste. Die
Stadt Mülheim fühlte sich dadurch jedoch finanziell überfordert und versuchte, die Bildung eines staatlichen Gymnasiums zu
erreichen. Der preußische Staat war dazu aber nur bereit, wenn die Stadt ebenfalls erhebliche Leistungen erbrachte. Sie
musste das Grundstück zur Verfügung stellen, das Schulgebäude mit Einrichtung auf eigene Kosten erstellen und einen
jährlichen Zuschuss leisten. Die Stadt stimmte diesen Bedingungen im Jahr 1906 zu. Anschließend zogen sich die
Verhandlungen noch über zwei Jahre hin, bis der Vertrag mit dem Staat abgeschlossen und der vom Beigeordneten Helbing
angefertigte Bauentwurf genehmigt wurde.
Im Jahr 1909 begannen endlich die Bauarbeiten an der heutigen Von-Bock-Straße. Inzwischen war die alte Schule schon so
überfüllt, dass Baracken auf dem Schulhof aufgestellt werden mussten. Im Frühjahr 1911 war das neue Schulgebäude fertig.
Das imposante Gebäude in T-Form enthielt auf der einen Seite eine Turnhalle und eine Aula, auf der anderen Seite war das
Direktorwohnhaus angebaut. Einen besonderen Akzent setzte der Uhrturm mit Planetarium.  
Jetzt konnte die Schulteilung durchgeführt werden. Die Realschule blieb im alten Gebäude an der Schulstraße und
entwickelte sich zur naturwissenschaftlich geprägten städtischen Oberrealschule (heute Karl-Ziegler-Schule). Das staatliche
alt- und neusprachliche „Königliche Gymnasium mit Realgymnasium“ wurde am 27. April 1911 mit einer Feier in der Aula des
neuen Gebäudes eröffnet. Oberbürgermeister Dr. Lembke dankte dem Oberpräsidenten der Rheinprovinz für seine
Unterstützung (von dem jahrelangen Feilschen um die Finanzierung der Schule war jetzt natürlich keine Rede mehr), dieser
feierte in seiner Rede Vaterland und Kaiser und verlieh Orden an alle Beteiligten, worauf Gymnasialdirektor Dr. Stamm das

Wort ergriff und die Bedeutung der humanistischen Bildung beschwor. Die Feier endete mit dem Singen der Nationalhymne.
Das Staatliche Gymnasium blieb mit kriegsbedingten Unterbrechungen in seinem Gebäude, bis dieses in den 1970er Jahren
abgerissen und durch einen Neubau ersetzt wurde. In dieser Zeit gab es weitere große Veränderungen: Die Koedukation
wurde eingeführt, die Schule wurde städtisch und bekam den Namen Otto-Pankok-Schule.

 

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