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Wermeint5Otto-Pankok-Schule. Freitag früh, 8 Uhr: Alle strömen ins Gebäude, nur einige zum Teil schwer bepackte Schülerinnen und Schüler stehen noch an der Ecke. „Ihr geht wohl auf Ski-Freizeit?“ ruft ihnen einer zu. „Nein, wir fahren arbeiten“, tönt es zurück. Natürlich – es ist die Big Band, die zum Probenwochenende fährt! Schlagzeugteile, Verstärker, Gitarren, Instrumentenkästen, Reisetaschen und Koffer stehen im Weg auf dem Bürgersteig und werden nach und nach in den Bus verstaut. Dann eine gute Stunde Fahrt, und wir sind da – im evangelischen Freizeitheim, das für die nächsten beiden Tage unser Zuhause wird.

Auspacken, alle fassen mit an und transportieren das Gepäck in den großen Gruppenraum. Leider sind die Zimmer noch nicht bezugsfertig – die Putzkolonne ist noch am Werk. „..aber wir können doch schon mal die Instrumente auspacken und proben, das geht doch“ ruft eine, und schon geht’s los. Stage-Piano aufbauen, Schlagzeug zusammen setzen, Verstärker anschließen, die Tische werden an den Rand geräumt, Instrumente gestimmt – und die Arbeit beginnt.

 

Erst einmal etwas Bekanntes zum Einspielen (morgens um 10 Uhr ist das – besonders für Bläser - nicht so ganz einfach), aber dann geht es auch schon an die „neuen“ Stücke, die immer schon einmal angeprobt, aber noch immer nicht so ganz fertig sind. Aufführen oder gar ins ständige Repertoire aufnehmen kann man sie so noch nicht. Mittagessen, Mittagpause mit Fußball, Kicker, Tischtennis oder sonst was, dann wieder Probe. Kurze Pause, wieder Probe. Ganz erstaunlich, mit welcher Hingabe, wie konzentriert und geradezu professionell die Musiker arbeiten. Die neuen Stücke fangen allmählich an, so zu klingen, wie sie klingen sollen, die Repertoirestücke erhalten wieder neuen Glanz durch die intensive Arbeit. Abendessen, noch eine Pause, dann noch eine Probe. Wenn man bedenkt, dass die Spieler normalerweise an ihrem Instrument wohl kaum mehr als eine Stunde am Tag (eher weniger) üben, kann man nur staunen, mit welcher Selbstverständlichkeit heute über insgesamt fast sechs Stunden lang Musik gemacht wurde – und einige haben damit noch immer nicht genug...

 

Abends nach der letzten Probe finden sich alle wieder, es wird gespielt, diesmal keine Musik, sondern „Cranium“ und „Rasende Roboter“ – gegen zehn löst sich die Versammlung allmählich auf, um Mitternacht ist es schon ganz still – ob wirklich schon alle schlafen? Nötig wäre es, denn morgen – am Samstag – stehen die nächsten Proben an, und die sind anstrengend. Hoffentlich passiert nicht wieder so etwas wie früher schon einmal, da lief am Ende einer solchen Probenphase einem der Saxophonisten das Blut aus dem Mundwinkel – er hatte sich die Lippe durchgespielt. Aber es geht alles gut; die letzte Probe ist vorbei, die Instrumente werden eingepackt, die Zimmer geräumt und gefegt, die letzte Stunde, bevor der Bus kommt, wird mit einem gemeinsamen Spiel überbrückt, dann beginnt auch schon die Rückfahrt, alle sind rechtschaffen müde, am frühen Abend sind wir wieder zu Hause: erfolgreich war’s, schön war’s und Spaß hat es auch gemacht. Herzlichen Dank an alle!

 

Johannes Krauledat