Chemie

 

Chemie-AG1Seit nunmehr zwei Jahren besteht an unserer Schule eine Chemie Arbeitsgemeinschaft. Eingeführt wurde sie für Interessierte, die Spaß am Experimentieren haben, denn die chemische Praxis steht hier im Vordergrund. Die Chemie AG bildet eine gute Ergänzung zum Chemieunterricht, da Experimente im Chemieunterricht zu kurz kommen bzw. nur Experimente gewählt werden können, die in den zeitlich begrenzten Rahmen einer Chemiestunde passen. Außerdem ist man in der Chemie AG flexibler, da man nicht an das Curriculum gebunden ist.

So wurde z.B. Aspirin (chem. Acetylsalicylsäure) in einer Doppelstunde hergestellt. Bei der Synthese wurde, zwar unter Aufsicht, aber dennoch selbstständig unter dem Abzug gearbeitet. Diese exklusiven Möglichkeiten bietet der gewöhnliche Chemieunterricht im Klassen-/Kursverband nicht.

 Der diesjährige Höhepunkt waren zwei Exkursionen zum hiesigen Max-Planck-Institut (MPI) für Bioanorganische Chemie. Dort sollte der Reinheitsgrad des selbst synthetisierten Aspirins wissenschaftlich untersucht werden. So wurden Einblicke in wissenschaftliche Labors und Arbeitsweisen gewonnen, insbesondere in das Verfahren der Röntgenfraktometrie, das bei den mitgebrachten Aspirin-Proben zur Anwendung kam. Frau Dr. Weidenthaler und Frau Dr. Rufinska betreuten unsere Gruppe, sodass die Untersuchungen in Kleingruppen mit 3 bzw. 4 Schülerinnen und Schülern durchgeführt werden konnten. Das Ergebnis war recht respektabel. Durch das Engagement des MPIs wurde die Chemie AG sehr bereichert.

Frau Garbe-Müller leitet die Chemie AG. Zurzeit wird sie von Schülerinnen und Schüler der achten, neunten und zehnten Klasse besucht.

 

Dezember 2010                                                                            S. K. Kl. 10

 

Medikamentherstellung für Anfänger

Ein schon etwas länger nicht mehr angerührter Versuch wurde in den letzten Wochen wieder topaktuell:

Das selbst hergestellte Aspirin der Chemie- AG.

Im Max-Planck Institut Mülheim sollten das Rohprodukt und die verbesserten ( gereinigten) Produkte untersucht werden.

An 2 Nachmittagen hat die AG deswegen das Institut besucht, um 2 verschiedene Methoden zur Untersuchung von Stoffen zu erkunden.

Da es sich um 2 Methoden handelte, wurde unsere 7-köpfige Gruppe zunächst in 2 Gruppen geteilt, die jeweils eine Methode ausprobieren durften. Beim nächsten Besuch wurde dann getauscht.

Sehr interessant und sehr lehrreich war, dass die Schüler praktisch alles selbst machen durften: Vom Füllen in die Reagenzgläser bis hin zum Reinstecken in die entsprechenden Halter. Nur an die eigentlichen Geräte gehen durften sie nicht, weil die Geräte gefährlich waren.

Das erstaunlichste dabei war, dass die Reagenzgläser um ein Vielfaches schmaler waren als die in der Schule. So wurde dann auch weniger  Probensubstanz verbraucht und am Ende ( nach 2 Versuchen) blieb mehr als die Hälfte übrig.

 

Bei der ersten Methode, einer Analyse mithilfe von Röntgenstrahlung,  wurden die Stoffe geröntgt. Dabei musste man gucken, wie viel die einzelnen Teilchen der Stoffe an Strahlung zurück warfen. Das ergab dann eine Kurve, welche schließlich mit der von gekauftem Aspirin verglichen wurde.

Die Kurve gab genau an, woraus der Stoff bestand, da jedes Element eine andere Menge an Strahlung zurückwirft.

 Bei der zweiten Methode, der Kernresonanz-Spektroskopie, ging es um Magnetismus. Da jeder Stoff etwas Magnetisches hat, richten sich die Teilchen alle in eine bestimmte Richtung, wenn man sie einem Magnetfeld aussetzt. Die Kurve, die man zum Schluss erhielt, stellte aber etwas Anderes dar. Dabei ging es nämlich um die benötigte Energie, die Ausrichtung der Teilchen wieder umzukehren. Dabei braucht man nämlich je nach Stoff mehr oder weniger Energie.

 

Die Ergebnisse gingen alle beide in die gleiche Richtung, welche weder die Wissenschaftler noch die AG erwartet hätten: Das Rohaspirin ( nicht bearbeitet!) war besser als das zweifach gereinigte. Zu erwarten wäre genau das Gegenteil.

Was alle so stutzig machte, ist aber leicht zu erklären:

Anscheinend entstand bei der Reinigung eine sogenannte Hydrolyse, bei der sich die Verbindung in ihre Ausgangsstoffe spaltete.

 

Trotzdem war der Versuch erfolgreich: unser selbst hergestelltes Rohaspirin war nämlich nur einige  Prozent schlechter als das gekaufte der Wissenschaftler,

die daraufhin meinten, dass man es, wenn es nur ein bisschen besser wäre, glatt verkaufen könnte.

 

Das Fazit des Besuches ist, dass er sehr faszinierend war und viel Neues gelernt wurde und obwohl es mit dem Reinigen nicht ganz geklappt hat, so wissen die Schüler jetzt zumindest, wo der Fehler war und können diesen beim nächsten Mal vermeiden. Denn seien wir mal ehrlich, die Otto- Pankok- Schule und die Medikamentherstellung, das wär doch mal was!

 

Dezember 2010                                O. T.    Kl. 9d