Chemie
Girls day 1

Dieses Jahr haben 7 Mädchen aus der Jahrgangsstufe 10 das Max-Planck-Institut besucht. Da die Einladung unsere Schule erst sehr spät erreicht hat, waren nur noch Plätze am Nachmittag frei.  Trotzdem war das Interesse bei unseren Schülerinnen erfreulich groß, einen  chemischen  Laborbetrieb zu besichtigen. 

Der nachfolgende Bericht stammt von Tonia Kniffler und Leonie Kappel und wird hoffentlich viele Mädchen zur Nachahmung anregen.

 

Girls Day 2012

Der diesjährige Girls Day sollte uns die Chance geben, einen Einblick in typische Männerberufe, in unserem Fall Berufe im naturwissenschaftlichen Bereich am Max-Planck-Institut für Bionanorganische Chemie, zu gewinnen. 

 

Nach dem leckeren Essen in der Mensa wurden wir mit vielen weiteren Mädchen zuerst von zwei Auszubildenden in einen Hörsaal geführt, um uns den Vortrag und die Einführung von Herrn Prof. Dr. Klotzbücher anzuhören. Zuerst  erzählte er uns etwas über die Max- Planck- Gesellschaft und ihre internationalen und nationalen Forschungen, die beiden Mülheimer Institute und deren Arbeits- und Ausbildungsplätze und vieles mehr. In der Zukunft ist es geplant, das Institut auszubauen und sich unter anderem mit Erneuerbaren Energien zu beschäftigen.Als Beispiel für eine Karriere im naturwissenschaftlichen Bereich berichtete er auch über seinen eigenen Lebenslauf. Auch die beiden Azubis berichteten von ihrem Werdegang und ihrer Zeit am Max-Planck Institut. Dieser Vortrag war sehr kreativ, interessant und vor allem verständlich gestaltet, sodass alle ihm aufmerksam folgen konnten. Nachdem wir uns mit Infomaterial versorgt hatten und Zettel für einen Bereich, in dem wir später selbst experimentieren sollten, gezogen hatten, begann die umfangreiche Führung durch einen Großteil des Instituts. Es wurden Fragen beantwortet und viele interessante Arbeitsvorgänge, Maschinen und Forschungsprojekte erklärt. Interessant war vor allem die große Vielfalt an Technik und deren Preis. Am Ende der Führung bekamen wir selbst gemachte  Eiscreme, die  mit flüssigem Stickstoff hergestellt wurde. Deren Herstellung hat wahrscheinlich alle am meisten fasziniert. Nach dem leckeren Eis wurden wir auf die Etagen der verschiedenen Arbeitsgebiete begleitet, wo wir jeweils in Gruppen von drei bis vier Mädchen etwas selbst herstellen oder experimentieren sollten.

Girls day 2 Girls day 3

1.Beispiel: Biochemie (Bakterien)

Ausgestattet mit Schutzbrille und Kittel sollten wir zunächst den pH- Wert verschiedenster Haushalts- und Lebensmittel schätzen und diese auf eine Liste eintragen. Dann konnten wir den pH- Wert selbst messen und mit unseren Schätzungen vergleichen. Wie sich herausstellte, waren unsere Schätzungen sogar besser als die eines Doktoranden. Im Anschluss schauten wir uns Insekten- und Pflanzenteile sowie Blut und Bakterien unter dem Mikroskop an. Zum Schluss erklärten uns die Azubis noch ihr Arbeitsgebiet, in dem sie Bakterien selbst züchten, füttern und ernten müssen. Diese selbst gezüchteten Bakterien stellen für andere Forschungen wichtige Stoffe her. Bevor wir gingen, konnten wir noch einen Blick in ein Kältelabor werfen.

 

2. Beispiel: Feinmechanik (Handwerkliches Geschick)

Nach dem uns die einzelnen Geräte in der Werkstatt gezeigt und erklärt wurden und wir mit Kittel und Schutzbrille ausgestattet waren, bekam jede von uns ein kleines rundes Stück Messing. Dieses durften wir  dann selbst mit verschiedenen Techniken bearbeiten, sodass hinterher ein Schlüsselanhänger mit Gravierung herauskam. Zuerst haben wir das kleine Stück Messing in eine ovale Form geschliffen, dann wurde in die eine Seite ein Loch, zum späteren Aufhängen, gebohrt. Damit die Fläche des Anhängers einen schönen Glanz bekommt, mussten wir das Messing mit Schleifpapier und anderen kleinen Maschinen so bearbeiten, dass wir schließlich mit dem Eingravieren unseres Namens beginnen konnten, was wahrscheinlich das Spannendste an der ganzen Sache war. Nach vielen Probedurchläufen hatten wir schließlich hinterher unsere schönen glänzenden, mit unseren Namen eingravierten Schlüsselanhänger.

Damit war der Tag im MPI beendet. Nachdem wir uns alle vorne am Eingang wiederversammelt hatten, durften wir nun den Heimweg antreten. Alles in Allem war der Girls-Day eine gute Erfahrung und gleichzeitig ein interessanter Einblick in die verschiedenen Bereiche und Berufsfelder des Max-Planck-Instituts.

 

R. Garbe-Müller