Physik

Das größte Forschungszentrum der Teilchenphysik zieht OP-Schüler aus dem Physik LK in seinen Bann

Cern 2012   

Im Mai 2012 hatten drei Schüler unserer Schule die einzigartige Gelegenheit, an einem Workshop am Teilchenbeschleuniger CERN in Genf teilzunehmen.

Am CERN werden Grundlagen der Physik und der Aufbau der kleinsten Materieteilchen mit Hilfe von großen Teilchenbeschleunigern erforscht. Mit seinen rund 3150 Mitarbeitern ist das CERN das größte Forschungszentrum weltweit auf diesem Gebiet. Die meisten Mitarbeiter sind Ingenieure, die dafür verantwortlich sind, dass alles funktioniert, wohingegen die anderen Mitarbeiter Wissenschaftler sind, die an den Experimenten arbeiten, Messungen durchführen und meist von Universitäten aus den Betreiberländern kommen. Der größte Beschleuniger ist der LHC, welcher einen Umfang von 27km hat. Dort werden Experimente durchgeführt, bei denen die unglaublichsten Teilchen erforscht werden. Am ATLAS-Experiment wird beispielsweise sogar ein ganz neues Teilchen, das sogenannte „Higgs-Teilchen“ gesucht.

Wir drei Schüler, Janis Schnell, Fabian Stuckmann und Antonia Mandel aus dem Physik LK in der Jahrgangsstufe 11 bewarben uns bereits Anfang März für diesen Workshop. Am 30. Mai fuhren wir endlich zusammen nach Genf in der Schweiz und trafen dort 27 andere Schüler aus ganz Deutschland.

 

Unser Aufenthalt begann, nach einer kurzen Begrüßung von drei jungen Physikern, die uns auch in den nächsten Tagen begleiten sollten, mit einer spannenden Führung zum Kontrollraum des ATLAS-Experiments. Auf diesem Weg konnten wir unter anderem einen Teil des riesigen CERN-Geländes, das sich sowohl in der Schweiz, als auch in Frankreich befindet,  kennenlernen. In drei Gruppen hörten wir uns kleine Vorträge über die Funktionsweise und die aktuellen Forschungsfortschritte des Experiments an, was schon die ersten Fragen aufwarf, die alle beantwortet werden mussten. Nach dem Besuch des Kontrollraumes erhielten wir noch eine Einführung, bei der wir uns auch gegenseitig vorstellten. Hungrig von der langen Fahrt und den vielen neuen Eindrücken begaben wir uns schließlich zum leckeren Abendessen mit allen anderen Schülern, die wir nun auch kennenlernen konnten.

Am nächsten Morgen begann das Programm nach einem gemeinsamen Frühstück mit einem Vortrag über das CERN von Dr. Sascha Schmeling, woraufhin wir einige imposante Gebäude und Technikräume des CERN sehen konnten, in denen uns weitere Forschungsziele und Versuche erläutert wurden. Es war beeindruckend zu hören, dass die Teilchenphysik auch in der Medizin sehr gute Hilfe leisten kann und dass Forschung auch auf diesem Gebiet sehr wichtig ist.

Nach dem Mittagessen erfuhren wir durch einen sehr spannenden und gleichzeitig informativen Vortrag viel über die sogenannte Antimaterie, die auch in außerordentlich geringen Mengen am CERN hergestellt wird. Es folgte eine Besichtigung der Protonenquelle, deren Funktionsweise besonders interessant war, da wir genau dieses Thema auch vor kurzem im Unterricht behandelt hatten. In unserer Freizeit am Nachmittag unterhielten wir uns bei wunderbarer Sonne mit den mitgefahrenen Schülern, lernten uns besser kennen und hatten bis in den Abend hinein viel Spaß.

Am dritten Tag bauten wir eine sogenannte „Nebelkammer“, mit der wir Teilchen durch kosmische Strahlung sichtbar machen konnten, was überaus faszinierend war. Es folgte eine fesselnde Fragerunde mit den Physikern Michael Hausschild und Michael Kobel und der Doktorandin Jana Kraus, welche wir Schüler heimlich durch unsere interessierten Fragen von einer geplanten Stunde auf zwei Stunden verlängerten.

Wir schlossen diesen aufregenden Tag mit einem Grillabend ab, bei dem einige Fußball spielten und alle sich über verschiedenste Themen der Physik unterhielten.

 

Diese drei Tage am CERN waren überwältigend und sehr beeindruckend für uns Schüler. Vor allem haben sie uns dazu bewegt, uns weiterhin über die Herstellung von Antimaterie und die Beschleunigung der kleinsten Teilchen den Kopf zu zerbrechen. Alle unsere Betreuer waren hilfsbereit und haben uns alle Fragen über dieses fantastische Thema beantwortet. In Zukunft werden an unserer Schule jedes Jahr Masterclasses zum Thema Teilchenphysik stattfinden, um auch anderen Schülern die Möglichkeit zu geben, zum CERN zu fahren. Bei diesen Masterclasses werden wir die Schüler unterstützen, die sich dafür begeistern möchten.

                                                                                                                      

Antonia Mandel, 11