Die Geschichte unserer Schule
20.11.2017, ab 15:00 Uhr
Elternsprechtag
24.11.2017, ab 13:30 Uhr
DB Kollegium TdoT

Die Geschichte unserer Schule

(Auszug aus der Festschriftzur150-Jahr-Feier der Otto-Pankok-Schule)

 

1835

hhere_schuleMülheim,  1808 durch ein Dekret des Großherzogs von Berg zur selbstständigen Kommune erklärt, erhält eine private Höhere Bürgerschule, die nach der Elementarschule von 38 Schülern besucht wird. Sie werden in 32 Wochenstunden in den Fächern Religion, Geschichte, Erdkunde, Mathematik, Naturwissenschaft, Deutsch, Französisch, Latein (fakultativ) und Englisch (fakultativ) unterrichtet.

Dieser zweiklassigen Jungenschule, untergebracht in einem gemieteten Privathaus Nothweg 36 (heute Friedrich-Ebert-Straße), schließt sich eine einklassige private Höhere Töchterschule (erster Anfang der späteren Luisenschule) mit einem Unterrichtsumfang von 19 Wochenstunden an.

 

1852

 Der Geburtstag

150JahreOPChronik

Stadtverwaltung und Gemeinderat beschließen – an den praktischen Bedürfnissen von Handel und Gewerbe orientiert - die Umorganisation der Höheren Bürgerschule in eine Städtische Realschule I. Ordnung mit 4 Klassen (84 Schüler). Eine Höhere Töchterschule mit 2 Klassen (45 Schülerinnen) wird der Jungenschule angeschlossen.  Am 7. Juli tritt diese neue Schule ins Leben; sie ist der Provinzialregierung in Düsseldorf unterstellt. Die erste Reifeprüfung findet an dieser Schule im August 1856 statt.

Das Anwachsen der Schule auf 6 Klassen mit achtjährigem Kurs bringt der Schule die staatliche Anerkennung als vollständige Realschule. Ernennung von Rektor Gallenkamp zum Direktor und der 4 Lehrer zu Oberlehrern. Ein neues, zunächst zweigeschossiges Schulhaus entsteht  an der Schulstraße.

Bis zu ihrer Reform im Jahre 1882 wird die Städtische Realschule geleitet von den Direktoren Gallenkamp, Prof. Dr. Kern, Dr. Kruse, Gruhl, Deicke und Dr. O. Henke.

Eine deutliche Annäherung an das Gymnasium erfolgt in der Reorganisation der Realschule als Realgymnasium mit mehr Lateinunterricht, während die Gymnasien den Französischunterricht und die naturwissenschaftlichen Fächer verstärken. Zeugnisse mit den Notenstufen 1, 2, 3 (genügend), 4 (mangelhaft), 5 (ungenügend) gibt es  - bis 1953 - dreimal im Jahr: Herbst, Weihnachten, Ostern. Das Abitur am Realgymnasium muss zum Universitätsbesuch in alter Geschichte, Latein und Griechisch erweitert werden (Nachprüfung für Gymnasialreife).

 

1884

Aus dem Realgymnasium wird – initiiert durch  Schulleiter  Dr. Georg Zietzschmann - das schulisch weitreichendere  Gymnasium mit Realprogymnasium, später Realschule. Somit können Jungen an der lateinlosen Realschule das Einjährige, am Gymnasium das Abitur erwerben

 

1911

Dr._Adolf_Stamm Als Nachteil für Mülheim stellt sich bald die Größe dieser „Gesamtschule“ von Realschule, Realgymnasium und Gymnasium heraus (um 1910 mit mehr als 1000 Schüler eine der größten in der Rheinprovinz). Daher kommt es zur Teilung dieser großen Lehranstalt in Realschule bzw. später Oberrealschule (617 Schüler und 23 Lehrer)  - weiterhin unter Verwaltung der Stadt – und in „Königliches Gymnasium mit Realgymnasium“ (509 Schüler und 26 Lehrer) unter Verwaltung des preußischen Staates. Während die städtische Realschule im alten Schulhaus an der Schulstraße bleibt, bezieht das staatliche Gymnasium unter Leitung seines Direktors Geh. Rat Prof.  Dr. Adolf  Stamm an der heutigen Von-Bock-Straße 81 (damals Gustavstraße) ein neues Gebäude mit Aula und Turnhalle, dessen weithin sichtbares Wahrzeichen ein Uhrtürmchen ist, das als Sternwarte dient.  


1919

Kneuper Aus dem Königlichen Gymnasium wird das Staatliche Gymnasium mit Realgymnasium Mülheim a. d. Ruhr. Die Königlichen Oberlehrer werden zu Studienräten und  der Schulleiter – 1920 folgt auf Geheimrat Prof.  Dr. Adolf  Stamm Oberstudiendirektor Otto Kneuper – erhält im Verwaltungsoberstudienrat seinen ständigen Vertreter. Lehrerrat, Eltern- und Schülervertretungen entstehen und der ehemalige Schuldiener heißt von nun an Hausmeister.

Einschneidend wirkt die Schulreform von 1921 vor allem durch die Aufhebung der Vorschule und Einführung einer vierjährigen obligatorischen Grundschule. 

 

1925

Prof._Dr._Joseph_BrggemannOberstudienrat Richard Esch leitet das Staatliche im Schuljahr 1924/25 nach dem Ausscheiden von Oberstudiendirektor Kneuper. Im Oktober 1925 übernimmt Prof. Dr. Josef  Brüggemann die Leitung der Schule mit derzeit 489 Schülern; er wird die Schule durch schwierige Zeiten führen (bis 1944 und dann noch von 1945 bis 1946).

Das 75-jährige Bestehen der höheren Schulen Mülheims wird 1927 ausführlich gefeiert.

Im selben Jahr bezieht die Jungen-Mittelschule ihren Neubau mit Aula und Turnhalle an der Oberstraße, die Mädchen-Mittelschule folgt zwei Jahre später dorthin. Damit ist an der Ecke Von-Bock-Straße / Oberstraße ein kleines Schulzentrum entstanden, das 1929 durch die Einweihung des Sportplatzes an der Südstraße ergänzt wird.

1937

Aus dem Staatlichen Gymnasium wird die Staatliche Langemarck-Schule.

 

1939-1945

Vom 1.6.1940 bis Ende Juni 1943 findet der Unterricht wieder in der Langemarck-Schule statt, wird aber häufig unterbrochen und beeinträchtigt durch Luftalarm, Arbeits- und Ernteeinsätze. Um die Schüler vor Bombenangriffen zu schützen, werden sie durch „Kinderlandverschickung“ (KLV) in nicht gefährdeten Gebieten (Taunus, Böhmen, Mähren) untergebracht. Nach dem großen Luftangriff auf Mülheim am 22./23. Juni 1943, der mehreren hundert Menschen das Leben kostet und die Stadt zu 80% zerstört, das Schulgebäude aber nur geringfügig beschädigt, wird der Unterricht in Mülheim ganz eingestellt. Die Schüler der Langemarck-Schule, soweit sie nicht zum Wehr- und Arbeitsdienst müssen oder als Luftwaffenhelfer eingezogen werden, verlegt man in die KLV-Lager Bielohrad /Böhmen und Neureisch/Mähren. Eine Sammelschule mit den Klassen 1 bis 5 für zurückgebliebene Schüler aus den Städten Duisburg, Essen, Mülheim und Oberhausen wird für kurze Zeit in verschiedenen Räumen und Bunkern der Schulgebäude an der Oberstraße und an der Von-Bock-Straße eingerichtet.

OP_alt_IIProf. Dr. Brüggemann wird am 1.4.1944 zwangspensioniert (politische Diffamierung nach standhafter Weigerung der NSDAP beizutreten), kommissarischer Direktor der Langemarck-Schule wird OStR Baumhoer.   

Im April 1945 beginnt der Rückmarsch aus den Lagern zurück nach Mülheim, das am 11.4.1945 von den

Amerikanern und kurz danach von den Engländern besetzt wird. Sämtliche Schulen werden beschlagnahmt und dienen den Besatzern als Unterkünfte oder Lager.

Nach Aufhebung aller NS-Erlasse, Verfügungen und Richtlinien durch „Generalklausel“ und nach Räumung der meisten Schulgebäude beginnt am 1.10.1945 in Mülheim wieder der Unterricht. Staatliches und Städtisches Gymnasium werden im Gebäude Schulstraße zusammengelegt (Schichtunterricht bis Ende 1951). Die Schüler besuchen die Klassen wie nach der Versetzung 1944. Lehrbücher sind keine vorhanden, da die alten Unterrichtswerke alle verboten werden.

Leiter beider Schulen ist der reaktivierte und rehabilitierte Direktor Prof. Dr. Brüggemann. Als Lehrer werden zunächst nur solche eingesetzt, die nicht Mitglied der NSDAP oder einer ihrer Gliederungen waren.  

 

1946

Durch Reformen (1946/1952) entsteht der neue Schultyp Gymnasium mit unterschiedlichen Profilen. Aus dem Staatlichen wird ein Alt- und Neusprachliches Gymnasium, aus dem Städtischen ein Mathematisch-naturwissenschaftliches Gymnasium. Beide Schulen beginnen in der Sexta (Klasse 5) mit Latein, ab Untertertia (Klasse 8) kommen Englisch (naturwissenschaftliche Form) oder alternativ Französisch bzw. Griechisch (humanistische Form) hinzu. Der Schuljahresbeginn wird wieder auf Ostern umgestellt (seit 1940/41 Schuljahresbeginn im Herbst) und die gymnasiale Schulzeit beträgt wieder neun Jahre. Da  das Reifezeugnis für Klasse 8 aus der NS-Zeit nicht anerkannt wird, werden Sonderkurse für Kriegsteilnehmer zur Erlangung der Hochschulreife eingerichtet. Am Staatlichen werden Ostern 1946 die ersten  Abiturprüfungen nach Kriegsende durchgeführt.

Nach dem Tode von Prof. Dr. Brüggemann (13.11.1946) werden die beiden Schulen wieder getrennt. Leiter des Alt- und Neusprachlichen Gymnasiums wird bis 1949 Direktor Dr. Paul Haenseler.

Schulkollegien werden als Aufsichtsbehörden der Gymnasien in den Regierungsbezirken eingerichtet. Die obere Aufsichtsbehörde für die Mülheimer Gymnasien ist das Schulkollegium beim Regierungspräsidenten in Düsseldorf.  

 

1948

Ruderer_alt_IDer Schüler-Ruderverein des Staatlichen feiert seinen 50. Geburtstag. 

 

1949

Nach kurzer kommissarischer Leitung vom 1.8. bis 1.10.1949  durch OStR Fritz Kaube wird OStD Heinrich Monzel neuer Schulleiter. OStD Heinrich Monzel, der für seine Verdienste um das Mülheimer Kulturleben 1968 mit dem Jobs-Preis ausgezeichnet wird, leitet die Schule bis 1956.

Das Staatliche erinnert in einer Feier am 28.8.1949 an Goethes Geburtstag vor 200 Jahren.

 

1951

Ende des Jahres wird das Gebäude Von-Bock-Straße 81 dem Staatlichen Gymnasium offiziell von der Stadt Mülheim zurückgegeben und nach vollständiger Renovierung mit Jahresbeginn wieder genutzt.   

 

1952

Heinrich_MonzelMit dem Ersten Gesetz zur Neuordnung des Schulwesens werden die Schultypen endgültig festgelegt. Arbeitsgemeinschaften, Elternpflegschaften und Schüler-Mitverwaltung (SMV) sind von nun an fesgte Bestandteile des Schullebens.

Alle höheren Schulen Mülheims feiern zusammen mit der Berufsschule ihr 100-jähriges Jubiläum. Die umfangreiche Festschrift des Staatlichen Gymnasiums zu den Feierlichkeiten vom 25. bis 29.9.1952 will

ein „Bekenntnis zum humanistischen Bildungsideal“ sein, wie OStD Heinrich Monzel in seinem Geleitwort betont.

 

1953

Zum ersten Mal findet am Staatlichen Gymnasium ein Elternsprechtag statt. Zeugnisse gibt es in Zukunft

an den Schulen nur noch zweimal im Jahr, im Herbst und zu Ostern. Das Weihnachtszeugnis entfällt.

 

1955-1956

Kurt_HenkeOStD Heinrich Monzel wird am 23.3.1956 in der Aula feierlich verabschiedet. Nachfolger – bis 1974 – wird OStD Kurt Henke.

Die Schülerzahlen der Eingangsklassen liegen zwischen 45 und 50.

Nach vielen Verzögerungen kann ein Ergänzungsbau auf dem hinteren Schulhof (heutiges NT) in Betrieb genommen werden: 3 Klassen-, Biologie- und Chemieräume, 1 Lichtbildraum und ein großer Kellergeschossraum für die Segelfliegergruppe, die an der Schule bis zum Jahre 1926 zurückverfolgt werden kann.   

 

1957

Obwohl das Abkommen zwischen den Ländern der Bundesrepublik zur Vereinheitlichung des Schulwesens den neusprachlichen Jungengymnasien grundsätzlich ab Ostern 1957 den Beginn mit Englisch als erster Fremdsprache vorschreibt, wird dem Staatlichen als Doppelanstalt (alt- und neusprachliches Gymnasium umfassend) eine Sondergenehmigung mit folgender Sprachenfolge und Stundentafel erteilt: Latein in beiden Zweigen ab Sexta mit 7 Wochenstunden, Englisch in beiden Schultypen ab Quarta (Klasse 7) mit 5 Stunden. Erst ab Untertertia (Klasse 8) Entscheidung für alt- oder neusprachliche Ausrichtung (Griechisch mit 6 Stunden ab Untertertia im altsprachlichen Zweig bei Kürzung des Englischunterrichts und 6 Stunden Französisch als dritter Fremdsprache im neusprachlichen Zweig ab Obertertia, Klasse 9).

 

1958

Am 26.7.1958 findet in der Aula des Staatlichen eine Feier „150 Jahre Mülheim“ statt, bei der StR Herbert Klaumann die Festansprache hält.

Am Staatlichen werden erstmals Skiwanderfahrten und Studienfahrten nach Berlin unternommen.

Im Rahmen einer Schulfeier im Altenhof (18.10.1958) werden zwei neue Segelflugzeuge unserer Schule getauft. Damit ist das Staatliche die einzige höhere Schule in NRW, die drei Segelflugzeuge und eine mit allen notwendigen Maschinen ausgestattete 250 qm große Werkstatt besitzt. Festrednerin ist die weltberühmte Segel- und Motorfliegerin Hanna Reich.

Ab dem Schuljahr 1958/59 besteht Schulgeldfreiheit an öffentlichen Schulen.

 

1961

 

Das Staatliche Gymnasium blickt auf seine 50-jährige Selbstständigkeit zurück.

 

1963

Turner_alt_IISportliche Erfolge können am Staatlichen verzeichnet werden: Eine Riege von 80 Jungen des GTV turnt bei der Eröffnungsfeier zum Deutschen Turnfest in Essen. Die Hockeymannschaft erringt sowohl auf dem Feld als auch in der Halle die NRW-Schulmeisterschaft und startet eine Serie von Siegen in den nächsten Jahren. 

 

1965

Die Sextaner-Aufnahmeprüfung entfällt, die Lernmittelfreiheit wird allmählich eingeführt.

Die Regelung, mit der Note Mangelhaft im Fach Deutsch das Abitur nicht bestehen zu können, wird aufgehoben.

 

1966

Nach zwei Kurzschuljahren (April bis November 1966; Dezember 1966 bis Juli 1967) wird der Schuljahresbeginn von Ostern auf den Sommer verlegt. Die neuen Klassenbezeichnungen von 5 bis 13 werden eingeführt.

 

1968

Das Staatliche bleibt von Schülerunruhen verschont. Kritische Geister melden sich sporadisch und vereinzelt zu Wort.

 

1969

Der Schüleranstieg Ende der 60-er Jahre (1969/70 z.B.  895 Schüler in 31 Klassen) führt zur Raumnot und zu Planungen eines Neubaus.

Am Staatlichen entsteht ein Basketball-Verein (BVM).

 

1970

An allen Schulen in Mülheim wird die Koedukation eingeführt.

Eine grundlegende Schulreform führt zu einer Neueinteilung der 13 Schuljahre in Primarstufe, Sekundarstufe I und Sekundarstufe II. In diesem Zusammenhang wird die Reifeprüfung geändert. Die  Reform der gymnasialen Oberstufe beginnt und soll 1975 an allen Gymnasien realisiert sein.

Mit Rücksicht auf die geplanten Neubaumaßnahmen soll am Staatlichen Gymnasium die vollständige Reform zum spätmöglichsten Zeitpunkt erfolgen. Zunächst wird die Reform nur in der Jahrgangsstufe 12 in Form eines hausinternen Kursangebotes umgesetzt. Ausgenommen vom Kursangebot sind die alten Sprachen. 

Als späte Folge der „APO-Zeit“ finden eine offizielle Abschiedsfeier der Abiturienten in der Aula und ein Abiturball in diesem Jahr nicht statt. Die SMV löst sich selbst auf. Das Mitteilungsblatt der Schule

erscheint letztmals 1972.

 

1973

Erstmals beginnt eine Sexta am Staatlichen nicht nur mit Latein, sondern auch mit Englisch.

 

1974

opDas Staatliche Gymnasium wird am 1.1.1974 städtisch und heißt – nach Beschluss des Rats der Stadt Mülheim – ab 1.8.1974 Otto-Pankok-Schule“.

 

Heinz_Gtzen

Am 18.7.1974 wird OStD Kurt Henke feierlich verabschiedet. Sein Nachfolger wird OStD Heinz Götzen, der am 24.10.1974 feierlich in sein Amt eingeführt wird und die Schule bis zu seiner Pensionierung im Juli 1987 leitet.  

 

1975

Die festliche Namensübergabe der Otto-Pankok-Schule erfolgt am 15.1.1975 in der Aula. In diesem Zusammenhang schenken Hulda und Eva Pankok, Ehefrau und Tochter Otto Pankoks, der Schule ein Selbstbildnis des Künstlers aus dem Jahre 1958. Der Holzschnitt schmückt heute – für jeden Eintretenden sichtbar - den Eingangsbereich der Schule. 

Im März erscheint die erste Ausgabe der „Blinklichter“, deren Titelblatt den Wandel vom Staatlichen zum OP verdeutlichten möchte. Bis heute erscheinen die „Blinklichter“ regelmäßig einmal im Jahr und dokumentieren Leben und Entwicklung an der Otto-Pankok-Schule.

Ab dem Schuljahr 1975/76 gilt – beginnend mit der Jahrgangsstufe 11 – auch  an der Otto-Pankok-Schule die neue Organisationsform der Oberstufe (Vereinbarungen der Kultusministerkonferenz zur Neugestaltung der Sekundarstufe II von 1972). Die besonderen Merkmale sind: Auflösung der Klassenverbände und Ersetzung durch Halbjahreskurse; Einteilung der grundsätzlich gleichwertigen Unterrichtsfächer in drei Aufgabenfelder; Belegung einer bestimmten Anzahl von Pflicht- und Wahlkursen;  Unterscheidung von Leistungs- und Grundkursen; besondere Bedingungen bei der Zulassung zur Abiturprüfung und beim Bestehen der Abiturprüfung.  

 

1976

Der Umzug in den Neubau Anfang des Jahres wird am 27.3.1976 mit einem Schulfest gefeiert.

Der Altbau wird im April endgültig abgerissen. Dort entsteht eine geräumige Dreifachsporthalle.

In der Aula des Altbaus findet – kurz vor ihrem Abriss – erstmals seit 1969 wieder ein Abiturientenball statt, in dessen Verlauf die Reifezeugnisse ausgehändigt werden.

Besondere Leistungen von OP-Schülern sind in diesem und in den folgenden Jahren in den Sportarten  Fußball, Hockey, Rudern, Schwimmen, Tennis, Turnen und Volleyball zu verzeichnen.

 

1977

Die fertig gestellte neue Turnhalle kann im September der Stadt übergeben und anschließend von der Schule genutzt werden.

 

1980

Die Schulkonferenz beschließt die Einführung eines freien Samstags im Monat ab dem Schuljahr 1980/01. Der Beschluss wird 1981 auf zwei freie Samstage im Monat erweitert.

Die „Blinklichter“ erhalten ein neues Titelbild.

Mit 1543 Schülerinnen und Schülern erreicht die Schule ihre Höchstzahl und ist auf die Nutzung sämtlicher peripher Räumlichkeiten angewiesen, da sogar der Neubau wieder zu eng ist. 98 Lehrerinnen und Lehrer unterrichten im Schuljahr 1981/82 an der Otto-Pankok-Schule.

Der Abiturient Andreas Quirrenbach, 1979 und 1980 bereits Bundessieger in Mathematik, gewinnt die Goldmedaille bei der Physik-Olympiade.

Der Öffentlichkeit wird die erste vom Förderverein gestiftete Computereinheit vorgestellt. Sie besteht aus APPLE II PLUS (48 k Byte), zwei Diskettenlaufwerken sowie Drucker und Monitor.

 

1982

Für alle Fächer der Sekundarstufe II gelten neue Richtlinien mit deutlich verstärktem fachwissenschaftlichen und propädeutischen Charakter. Die allgemeine Bildung und somit die  Pflichtbindungen bis zum Abitur sind nicht mehr an die Fächer Deutsch, Fremdsprachen, Geschichte und Mathematik gebunden, sondern lediglich an die drei Aufgabenfelder Sprache, Gesellschaftswissenschaften und Mathematik/Naturwissenschaften.

300 Schülerinnen und Schüler beteiligen sich an der Aufführung des Theaterstücks „Atlantis – Vom Ende einer Welt“, das viermal  im vollbesetzten Forum der Otto-Pankok-Schule aufgeführt wird. Schülertheater, erwachsen aus den Literaturkursen der Jahrgangsstufe 12 und aus der Literatur-AG,  wird zum festen Kulturbestandteil an der Schule. 

 

1987

Die Oberstufen-Kooperation der Mülheimer Gymnasien beginnt. In der Folgezeit besuchen Schülerinnen und Schüler Leistungskurse auch an anderen Gymnasien.   

Am 4.7.1987 wird OStD Heinz Götzen feierlich im Forum verabschiedet, da er in den Ruhestand tritt.

StD Adolf Gebhardt übernimmt bis Februar 1988 kommissarisch die Leitung der Schule.

An der Otto-Pankok-Schule wird durch eine Initiative der Schülervertretung (SV) ein Tutorensystem eingeführt: Um Fünftklässler den neuen Schulanschnitt zu erleichtern, werden sie von Schülerinnen und Schülern aus der Jahrgangsstufe 11 betreut.

Zur Förderung des Skisports entsteht der Gymnasial-Ski-Verein Mülheim an der Ruhr 1987 e.V.

 

1988

Dr._Karl-Heinz_WerneburgAm 24.2.1988 wird OStD Dr. Karl-Heinz Werneburg als neuer Schulleiter eingeführt.

Im Forum findet am 8.11.1988 eine Gedenkfeier zur 50. Wiederkehr der sog. „Reichskristallnacht“ statt.

 

1993

Anlässlich des 100. Geburtstags von Otto Pankok veranstaltet die Schule am 5.6.1993 eine Gedenkfeier, an der neben Pankoks Tochter Eva auch der Schriftsteller Günter Grass teilnimmt. Grass studierte 1950 an der Kunstakademie Düsseldorf  bei Pankok Zeichnen. Im Forum trägt Grass seine 13 Sonette „Novemberland“ vor und diskutiert anschließend mit Schülerinnen und Schülern über Literatur. Bilder von Pankok und Grass werden in der Sporthalle ausgestellt

 

1994

Mit einer Schülerzahl um 900 entspricht die Schule der ursprünglich auch vorgesehenen Vierzügigkeit. Dem Kollegium gehören 69 Lehrerinnen und Lehrer an.

An einem Tag der offenen Tür steht zukünftigen Fünftklässlern und ihren Eltern die Schule zum Kennen lernen offen.

Die Kabarett-Gruppe OPtiker entsteht aus einem Literaturkurs der Jahrgangsstufe 12 und bereichert seitdem das Kulturprogramm der Schule ebenso wie der jährlich erscheinende OP-Kalender.

Überfällige Renovierungsarbeiten am nun schon 20 Jahre alten Neubau werden eigeninitiativ  durchgeführt, da dem Schulträger die finanziellen Mittel dazu fehlen.

Das jährlich ein- bis zweimal erscheinende op-info gibt Nachrichten und Neuigkeiten aus dem Schulleben an Schüler, Eltern und Lehrer weiter.

An der Otto-Pankok-Schule entsteht ein Cafèteria-Betrieb für die großen Pausen.

 

1997

Mutmaßungen in der Mülheimer Presse über einen Standortwechsel der Schule auf die linke Ruhrseite lösen bei Eltern, Schülerinnen, Schülern und Kollegium klare und deutliche Proteste aus. Die Otto-Pankok-Schule verbleibt am traditionellen Standort an der Von-Bock-Straße. 

 

1999

Den sensationellen Betrag von 55.000 DM „erlaufen“ Schülerinnen und Schüler der Otto-Pankok-Schule in einem “Run for Help“ in den Saarner Ruhrauen für die Erdbebenopfer in der Türkei.

Die Schulpartnerschaft mit dem Leipziger Carl-Goerdeler-Gymnasium erlebt ihren kulturellen Höhepunkt in der Uraufführung der Kantante „Der Leipziger Ring“ im Kammermusiksaal des Gewandhauses. Aufführungen in Oberhausen und in Mülheim folgen.

 

2000

„Schüler helfen Schülern“ ist das Motto der Streitschlichtung, die an der Schule eingerichtet wird. Eigens dafür geschulte Streitschlichter-Teams aus der Jahrgangsstufe 10 stehen Schülerinnen und Schülern der Eingangsklassen bei der Lösung auftretender Konflikte zur Seite.

 

2001

Aus der Notwendigkeit heraus, den veränderten Bedürfnissen bei der Wahl  der Anfangsfremdsprache  zu genügen, bietet die Schule ein neues und vielversprechendes Sprachenkonzept an: Schülerinnen und Schüler, die mit Latein beginnen, erhalten schon in den Klassen 5 und 6 ergänzend und verpflichtend zwei Stunden Englischunterricht. Somit wird einerseits ein eventueller Wechsel von der Latein- in eine Englischklasse erleichtert und andererseits ist die Vorbereitung auf den Beginn des regulären Englischunterrichts in Klasse 7 optimal. 

Am 23.8.2001 verstarb im Alter von 78 Jahren OStD i.R. Heinz Götzen.

 

2002

Im September 2002 feiert die Otto-Pankok-Schule mit einer Festwoche ihr 150-jähriges Bestehen.

 

(Auszug aus: b.l.i.n.k.l.i.c.h.t.e.r. 2002. Jahrbuch der Otto-Pankok-Schule, S. 22 ff. , verfasst und zusammengestellt von Heribert Gorzawski, Jochen Nierhaus und Joachim Servatius.)