Otto Pankok - Unser Namenspatron

Beschrieben wird er als „ ein großer Sohn der Stadt Mülheim“. Doch was genau hat Otto Pankok eigentlich mit unserer Schule zu tun?


Die Schule wurde 1911 gegründet durch Teilung der seit 1852 bestehenden „Höheren Bürgerschule“ in das staatliche „Königliche Gymnasium mit Realgymnasium“ und die städtische „Oberrealschule“ (das spätere Gymnasium Karl Ziegler-Schule). Erst 1974 erhielt unsere Schule den Namen des ehemaligen Schülers Otto Pankok.

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Otto Pankok war ein deutscher Maler, Graphiker und Bildhauer; er wurde am 6. Juni 1893 in Mülheim an der Ruhr geboren und starb am 20. Oktober 1966 in Wesel. Schon früh begann der Werdegang eines großen Widerstandskünstlers. Nachdem er im Frühjahr 1914  sein Studium an der Kunstakademie Düsseldorf und der Bauhaus-Universität Weimar abgebrochen hatte, wurde er im Winter des Ersten Weltkrieges, 1914, zum Militärdienst einberufen, der ihn an die Westfront in Nordfrankreich verschlug, wo er bei einer Grabensprengung verschüttet wurde. Es folgten lange Aufenthalte in Lazaretten und Sanatorien, bis man ihn 1917 aus dem Kriegsdienst entließ. Diese ersten Kriegserfahrungen veranlassten ihn dazu sich in rebellischen Künstlerkreisen um Johanna Ey mit Veröffentlichungen in der Zeitschrift „Das Junge Rheinland“ und der Mappen „Aktivistenbund“ und „Das Ey“ zu engagieren.

 

Vier Jahre nachdem er 1921 die Journalistin Hulda Droste geheiratet hatte, kam seine Tochter Eva zur Welt. 1931 findet er dann die Modelle, die ihn bis an sein Lebensende faszinieren werden: die Zigeuner. Er besuchte sie immer wieder, lebte mit ihnen, malte und zeichnete sie. Seine Freundschaft zu ihnen prägte nicht nur seine Malerei, sondern bestärkte auch seine Haltung gegenüber des aufkommenden Nationalsozialistischen Regimes. 1936 erfolgte das Arbeitsverbot für den Künstler durch die Nazis und 1937 beschlagnahmte man 56 seiner Werke aus deutschen Museen, da sie eine Repräsentation des aktiven Widerstandes gegen die Vorstellungen des Naziregimes waren. Dies zwang ihn in den folgenden  Jahren seinen Wohnort häufig zu wechseln und sich versteckt zu halten.

 

Der im Zeitraum von 1931 bis 1934 aus 60 Zeichnungen entstandene Zyklus „Passion“, von dem eine Buchausgabe zwar noch gedruckt werden konnte, aber vor dem Verkauf eingezogen und eingestampft wurde, war eine kalkulierte Provokation, da er das Leiden des Menschen unter der Gewalt des Staates zum Thema machte. 1936 folgte der Zyklus „Jüdisches Schicksal“.pankok

Erst nach dem zweiten Weltkrieg erinnerten seine Bilder wieder an die Zeit vor seinem Malverbot. Zuletzt wandte er sich mit seinem letzten Zyklus „Der große Pan ist tot“ auch besonders der gefährdeten Natur zu. Sein bekanntestes Werk ist der Holzschnitt „Christus zerbricht das Gewehr“, das im Rahmen der Friedensbewegung häufig abgedruckt wurde.

 

 

 


 Otto Pankok wurde nach dem Kriegsende vielfach geehrt; so berief ihn 1947 die Kunstakademie Düsseldorf als Professor für eine Zeichenklasse, die „Deutsche Akademie der Künste“ nahm ihn in ihre Reihen auf, er erhielt 1953 den Graphik-Preis der Biennale in Sao Paulo. Der Professor Pankok blieb dabei der wortkarge, skeptische, geradlinige Mann, der er immer war. Schließlich wurde er am 1.8.1974 zum Namenspatron unserer Schule, die seitdem Otto-Pankok-Schule, Gymnasium der Stadt Mülheim an der Ruhr heißt.