Unterrichtsfächer


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Salvete, discipuli discipulaeque! Salvete, parentes!

 

Seid gegrüßt, Schüler und Schülerinnen!  Seien Sie gegrüßt, liebe Eltern!

 

Latein ist nicht tot, es lebe Latein! Latein ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Kultur.

Wir sprechen die Sprache der alten Römer täglich, nur wissen wir es oft nicht. So spielt Latein im Wortschatz der modernen Technik und Wissenschaft, aber auch in unserem Alltag eine große Rolle. Eine Vielzahl aus dem Lateinischen entstandener Fremdwörter ist in unsere Alltagssprache eingegangen, wie zum Beispiel “Toleranz” (tolerare: ertragen, erdulden )oder “Interesse” (interesse: (geistig) “dazwischen”/dabei sein, (geistig) an einer Sache Anteil nehmen). Diese Reihe ließe sich beinahe endlos weiterführen...

Als Basis für das Erlernen anderer Fremdsprachen bildet Latein den Transfer zu den modernen Fremdsprachen. Der Vergleich, der Hinweis auf dem Lateinischen entlehnte Wörter in den modernen Fremdsprachen, um so Vernetzungen und ein zeitökonomischeres Lernen von neuen Vokabeln zu gewährleisten, ist aus dem Lateinunterricht nicht mehr wegzudenken.

 

Das Fach Latein wird an der Otto-Pankok-Schule sowohl ab Klasse 5 als zweite Fremdsprache neben Englisch als auch als zweite Fremdsprache ab Klasse 6 angeboten. Der Unterricht erfolgt zuerst vier-, in den höheren Klassen dreistündig pro Woche; pro Halbjahr werden drei, später zwei Klassenarbeiten geschrieben.

Die Lehrwerke „Felix neu“ für Latein ab Klasse 5 sowie „Prima nova“ für Latein ab Klasse 6 bilden die Grundlage des Lateinunterrichtes und bieten neben ansprechend gestalteten Lektionen auch zahlreiche Sachinformationen zur antiken römischen und auch griechischen Kultur und Geschichte sowie anschauliches Bildmaterial. So erfahren die SchülerInnen viel Wissenswertes über die Lebens- und Alltagswelt der alten Römer, über ihre Essgewohnheiten, ihr Leben im privaten und öffentlichen Bereich, über die römische Religion mit ihrer Götterwelt oder über das römische Militärwesen. Zudem bieten diese Lateinbücher eine Vielzahl von spannenden Texten und darüber hinaus spielerische Übungen, Rätsel oder Anregungen zum Theater- oder Rollenspiel.

 

In der Spracherwerbsphase werden die grundlegenden Kenntnisse und Fertigkeiten in der Sprache Latein vermittelt. Dabei wird sehr viel Wert auf die alters- und schülergemäße Heranführung an die antike Sprache Latein gelegt. Latein wird lesend gelernt, ohne zusätzliche Probleme durch Aussprache und Orthographie. Die Schüler erwerben in dieser ersten Phase an Erlebnisschilderungen einzelner Personen angelegt einen ersten Einblick in die antike römische und griechische Welt.

 

Kunsttexte bzw. vereinfachte Originaltexte römischer Autoren kennzeichnen die Vertiefungsphase, in der die Einübung, Erweiterung und Festigung der Kenntnisse des Lateinischen im Mittelpunkt des Unterrichtes stehen. Auch der lateinische Wortschatz wird sukzessive erweitert. Auch inhaltlich verschiebt sich der Blickwinkel auf die antike Welt: nicht mehr einzelne Personen und deren Schicksale stehen im Mittelpunkt, sondern Aspekte der antike Welt wie Religion, Mythologie, die Eroberung und Romansierung der Mittelmeerwelt und deren Auswirkungen.

 

In der Lektürephase werden Originaltexte der lateinischen Literatur, so unter anderen die Autoren Cäsar, Cicero, Catull, Horaz, Ovid, Plinius, Seneca oder Vergil, gelesen.  Herrschaftsanspruch, die Auseinandersetzung mit fremden Völkern und Kulturen, römische Innenpolitik und ihre politische Rhetorik, aber auch existentielle Fragen nach dem Umgang mit dem anderen Geschlecht, nach Liebe, nach Lebensvorstellungen und Lebensweisheiten und ihre Rezeption bis in die heutige Zeit werden hier besprochen und hinterfragt.

 

Der Erwerb des Latinums, das nach wie vor eine unabdingbare Voraussetzung für viele Studienfächer darstellt, steht am Ende der Klasse 10.

 

Um die römische Kultur auch „vor Ort“ kennen zu lernen, finden Exkursionen in den Archäologischen Park Xanten oder in das Römermuseum in Haltern statt. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, an altsprachlichen Wettbewerben teilzunehmen, so an dem Bochumer Wettbewerb „Aus der Welt der Griechen“, dem Bundeswettbewerb Fremdsprachen oder dem Certamen Carolinum.

 

Die Otto-Pankok-Schule bietet zurzeit als einziges Gymnasium in Mülheim für die Schüler die Möglichkeit, Latein in der Oberstufe zu wählen. Damit können Schüler anstelle von zwei naturwissenschaftlichen Fächern zwei Sprachen, eben Latein und eine weitere Fremdsprache, in die Pflichtbelegung der Oberstufe miteinbringen. Zudem besteht eine lange Tradition an der Otto-Pankok-Schule, Latein als Abiturfach zu wählen.

 

Ziel des Lateinunterrichtes ist die Vermittlung unterschiedlicher Kompetenzen. So wird die Sprachkompetenz gefördert, indem der Umgang mit der lateinischen Sprache einen tieferen Einblick in das Funktionieren von Sprache mit sich bringt und für Wortbedeutungen und Bedeutungsunterschiede sensibilisiert. Nicht nur für das Erlernen von Fremdsprachen, sondern auch für die Ausdrucksfähigkeit im Deutschen ist dies von Vorteil. Das Nachdenken  über Sprache führt automatisch zu einer intensiveren Beschäftigung mit Sprache an sich, was auch eine intensive Beschäftigung mit der (Mutter-)Sprache Deutsch, ja manchmal auch ein „Sprachtraining für Deutsch“ miteinschließt.

 

Textkompetenz vermittelt der Lateinunterricht durch das Verstehen und Übersetzen sowie die  Analyse eines Textes. Eine Schulung des Denkens und Lernens ist die Konsequenz, wobei das Erlernen von Vokabeln und das Erkennen grammatischer Strukturen  Voraussetzungen für das Verständnis von Texten und die Sensibilisierung für ein genaueres und mikroskopisches Lesen sind.

 

Methodenkompetenz erwerben die SchülerInnen im Lateinunterricht, indem sie verschiedene Übersetzungsmethoden und allgemeine Regeln eines Sprachsystems erlernen, indem sie lateinische Sätze bzw. Satzstrukturen mit solchen im Deutschen und anderen modernen Fremdsprachen wie Englisch, Französisch, Spanisch vergleichen, indem sie lernen, sprachliche und inhaltliche Aspekte und Zusammenhänge sich selbstständig anzueignen und in frei gewählter Form und mit unterschiedlichen Medien wie Plakat, Tafel, Referat, Thesenpapier oder Powerpoint-Präsentation darzustellen. Die Interpretation von Texten führt zum Erfassen und Darstellen fremder Positionen im Dialog mit der eigenen Lebenswelt. Ganz zentral ist der Gedanke, dass Schüler die erlernten Arbeitsstrategien selbstständig anwenden, und dabei  ihren eigenen Arbeitsstil entwickeln, der ihnen ein konzentriertes und kontinuierliches Arbeiten ermöglicht.

 

Kulturkompetenz erwerben die SchülerInnen im Lateinunterricht, indem sie die lateinische Sprache als ein Fundament der europäischen Kultur und Geschichte kennen lernen und im Sinne von historischer Kommunikation in einen Dialog mit der antiken Welt eintreten. In einer Spannung zwischen vertrauter und fremder Welt setzen sie sich mit den Grundfragen der menschlichen Existenz auseinander, die vor zweitausend Jahren schon nahezu die gleichen waren wie heute. Dies bedingt fast nebenbei auch eine Schulung der in unserer zunehmend multikulturellen Gesellschaft unverzichtbaren Fähigkeit zu Toleranz und Dialog.

 

Gefördert und gefordert werden Konzentrationsfähigkeit, Genauigkeit und Gründlichkeit durch Lernarbeit, kreatives Denken. Latein ist eines der Basisfächer, das vordergründig keinen unmittelbaren Beitrag zur Produktions- und Arbeitswelt leistet, aber dennoch jene Schlüsselqualifikationen im Bereich der Wissens-, Methoden-, Medien-, Kultur- und Arbeitskompetenzen bietet und fördert, die für alle Bereiche des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens unabdingbar sind.

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