Das Leitbild unserer Schule

Das Leitbild der Otto-Pankok-Schule

  1. Der Künstler Otto Pankok als Identitätsstifter

Namensgeber unserer Schule ist der Künstler Otto Pankok, der 1893 in Mülheim an der Ruhr geboren wurde. Nach dem Besuch der Volksschule wechselte er 1904 auf das damalige Staatliche Gymnasium, den Vorläufer der Otto-Pankok-Schule, an dem er 1912 die Reifeprüfung ablegte. Seit 1974 trägt die Schule seinen Namen.

Nach dem Studium der Malerei und Bildhauerei unternimmt Otto Pankok Reisen durch viele Länder Europas, die seine Werke beeinflussen. Nachhaltig prägt ihn und seine Arbeit ebenso das Leben in einer Arbeitslosen-Siedlung und in einem Lager von Sinti und Roma, wo er mehrere Jahre unter den Ärmsten der Armen und Ausgegrenzten verbringt. Zu diesen fühlt er sich hingezogen, weil sie mittellos und ausgestoßen sind, aber auch, weil diese Menschen im Zeichen wachsender Einengung des Bürgers durch Bürokratie und Industrialisierung ihre Freiheit bewahrt haben. Nach langer Suche findet er hier die für ihn ursprüngliche und wahre Menschlichkeit, die zwar schon von den Zwängen der modernen Welt, aber noch nicht von der Unmenschlichkeit des Nationalsozialismus bedroht ist. Zur Zeit des Nationalsozialismus verbietet man ihm, seine Bilder auszustellen und künstlerisch zu arbeiten; seine Werke werden beschlagnahmt und vernichtet. Nach dem Zweiten Weltkrieg lehrt er als Professor an der Kunstakademie in Düsseldorf. Bis zu seinem Tod 1966 lebt er in Haus Esselt in Drevenack bei Wesel, wo heute seine Bilder im Otto-Pankok-Museum zu sehen sind.

Das Wirken und die menschliche Haltung Otto Pankoks sind uns Vorbild, weil er unter Beweis gestellt hat, dass es möglich ist, gegen menschenverachtende Verhaltensweisen Widerstand zu leisten, Zivilcourage zu zeigen sowie verantwortungsvoll und konstruktiv Kritik zu üben.

 

  1. Die Otto-Pankok-Schule

Die Schlüsselkompetenzen für ein selbstbestimmtes Leben in Verantwortung sind Selbstkompetenz, also die Fähigkeit zum selbstständigen Lernen und Arbeiten, zu Flexibilität und Kreativität, sowie Sozialkompetenz, die Fähigkeit zu Kommunikation, Kooperation, Empathie und Kritik. Sie bilden die pädagogischen Säulen der Erziehung und Begleitung unserer SchülerInnen. Der Künstler Otto Pankok ist uns hierbei ein Vorbild aufgrund seines sozialen Wirkens und Handelns sowie in seiner kreativen künstlerischen Individualität und selbstbestimmten Lebensweise.

In seiner ganzheitlichen Betrachtung des Menschen ist er uns ein Vorbild für unsere pädagogische Arbeit, denn dieses Menschenbild stand im Mittelpunkt seines Wirkens.

  

  1. Unser Verständnis von Schule

Schule ist für uns ein ganzheitlich orientierter Lebensraum aller am Schulleben Beteiligten. Dieser Lebensraum ist einem stetigen Entwicklungs- und Lernprozess unterworfen. Die Gestaltung des Schullebens ist die gemeinsame Aufgabe der SchülerInnen, LehrerInnen, Eltern und nichtpädagogischen Mitarbeiter und Partner der Schule. Sie alle wirken gleichwertig an der Schulentwicklung mit.

  • Wir verstehen Schule als Ort gemeinsamer Verantwortung und gemeinsamen Handelns. Für die an unserem Schulleben Beteiligten hat der Aspekt der Verantwortung eine zentrale Bedeutung – sowohl im Rahmen der Erziehung und Ausbildung als auch im Verhalten des Einzelnen sich selbst und anderen sowie seiner Umwelt gegenüber.
  • Schule ist für uns ein Raum für die Entwicklung des Individuums zu einem selbstbewussten, sozial verantwortlich denkenden und handelnden Menschen. Die Motivation und Ausbildung der Sozialkompetenz des Einzelnen steht für uns dabei im Mittelpunkt. Die SchülerInnen sollen sich ebenso wie alle übrigen am Schulleben Beteiligten als Mithandelnde und Mitverantwortliche erfahren.
  • Schule ist ein Ort, an dem etwas geleistet werden kann und soll. Maßstab der ganzheitlichen Leistungsentwicklung sind die Möglichkeiten des Einzelnen. Die Ausbildung und Förderung der Selbstkompetenz steht für uns hierbei im Mittelpunkt. Die individuelle Schülerbiographie ist dabei Ausgangspunkt für die Förderung des Einzelnen.
  • Unser schulisches und außerschulisches Handeln wird durch die Achtung der Grund – und Menschenrechte, durch Mitmenschlichkeit, Integration, Respekt und Toleranz bestimmt. Dies fördert wesentlich ein freundliches, interkulturelles und solidarisches Schulklima.
  • Der Erfolg von Schule ist wesentlich auf gelingende Kommunikation zurückzuführen. Wir begreifen gelingende Kommunikation als konstruktive und kooperative Interaktion aller Beteiligten. Gelingende Kommunikation verstehen wir auch als Transparenz in Zielsetzung, Planung, Durchführung und Weitergabe schulischer Arbeit nach innen und außen.
  • Wir sind offen für neue Perspektiven. Wir verstehen Bildung als wichtigste Ressource für die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft. Auf der Grundlage von Wissen erfolgen die Ausbildung und Förderung des Selbstbewusstseins und die Profilierung des Einzelnen.